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Besinnung für Juli

|   Besinnung

Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. Eph. 2, 19 Einheitsübersetzung 1996

Im Epheserbrief beschreibt Paulus die Kirche, wie sie von Gott her gedacht ist. Eine Kirche für alle Menschen, denn Gott hat sie so von Anfang an in seinem Plan gehabt. Der große Unterschied von Juden und Heiden ist mit Christus, der für alle Menschen gestorben ist, aufgehoben. 

Der Bund Gottes, den er mit Israel geschlossen hat, ist dadurch nicht obsolet geworden, Israel bleibt das auserwählte Volk, aber mit Christus ist etwas Neues angebrochen.

In diesem Kapitel in dem Epheserbrief geht es Paulus um  das Verhältnis von Juden und Christen.

Bisher gab es Streitereien darüber, ob Heiden erst zum Judentum übertreten mussten, bevor sie Christen werden konnten.  Das hat einige davon abgehalten, denn sie wollten nicht die ganzen Gesetze Mose einhalten müssen. Für Juden waren solche Heidenchristen aber keine vollgültigen Mitglieder der Gemeinde.

Paulus will diesen Streit beenden und stellt sich auf die Seite der Heidenchristen. Selbst im jüdischen Glauben groß geworden, erkennt er das Neue, das mit Christus in die Welt gekommen ist. Jesus hat nicht den alten Bund erweitert, sondern durch ihn, hat Gott einen neuen Bund mit den Menschen geschlossen. Diese Gläubigen, die die Taufe empfangen haben, sind gleichberechtigte Mitglieder  der Gemeinde. 

Zwischen den Judenchristen und den Heidenchristen gibt es keinen Unterschied. Heidenchristen sind nicht Glaubende zweiten Ranges sondern den Judenchristen gleichgestellt. Sie haben Bürgerrechte im Reich Gottes und sind nicht nur geduldete Gäste, die bitte nach ein paar Tagen wieder abreisen sollen.

Mitbewohner und Bürger haben sowohl Rechte als auch Pflichten. Das erleben wir auch gerade in der Diskussion über geflüchtete Menschen, die bei uns Asyl suchen.

Wir müssen aufeinander achten, jeden und jede als gleichberechtigt und als Kind Gottes sehen.

Die Menschenwürde, die aus unserer Ebenbildlichkeit Gottes  herrührt, ist das oberste Gebot.

Das müssen wir als Einzelne, aber auch als Staat beachten. Unser Umgang mit den geflüchteten Menschen zeigt, wie ernst wir es mit dem Evangelium nehmen. 

Wir leben nicht allein auf dieser Welt sondern sie ist uns übertragen zur Erhaltung und zum Nutzen für alle Menschen.

Gott schenke uns die Einsicht, dies immer zu bedenken.

Inge Gehlert

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