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SPRUCH des Monats Dezember

|   Besinnung

Meine Seele erhebt Gott, den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilands.

Lukasevangelium 1,46

Begegnungen im Advent

Maria, eine junge und unerfahrene Frau, macht sich auf den Weg zu ihrer älteren Verwandten Elisabeth. Ungewollt schwanger und mit einem großen Auftrag, der sie mehr verängstigt als erfreut, sucht Maria Rat bei ihrer verwandten Freundin. Wer glaubt ihr die göttliche Verheißung, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen soll? Sie hofft auf Elisabeths Verständnis wie bei einer Vertrauten. Elisabeth müsste sie eigentlich am besten verstehen. Auch sie, unfruchtbar und hoch betagt, erwartet ihr erstes Kind. Gottes Bote selbst hat ihr diese frohe Nachricht überbracht, Gott habe mit ihrem Sohn etwas Großes vor. Ihr Sohn Johannes wird Christus den Weg bereiten. Bei Gott ist nichts unmöglich.

Elisabeth ist im sechsten Monat schwanger, als Maria sie aufsucht. Als die beiden Frauen sich begrüßen, hüpft das Kind in Elisabeths Leibe vor Freude. Und Elisabeth wird vom Heiligen Geist erfüllt. Die beiden Frauen können einander anvertrauen und vertrauen.

Zur Begegnung gehört das Reden, das Zuhören- der Austausch. - Wie gut, wenn da jemand ist, an den ich mich wenden kann, zu dem oder zu der ich gehen kann. Für Maria ist Elisabeth eine solche Person. Hier kann sie Hilfe erwarten. Hier erleben wir das schwesterliche Miteinander von zwei schwangeren, unsicheren Frauen. Als sie zusammen kommen, spüren sie beide, dass ihr Leben und das der Ungeborenen unter Gottes besonderen Schutz stehen.

Befreit von Angst stimmt Maria ein Loblied an: „Meine Seele erhebt Gott, den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilands.“ (Lukasevangelium 1, 46)
Groß wird die Hoffnung und die Freude. Gottes Sohn kündigt sich an in dieser Welt - heute wie damals. Maria legt Zeugnis ab dafür, dass Gott die Welt verwandeln will. Barmherzig ist der Gott, den sie unter ihrem Herzen trägt. Die Gewaltigen stößt er vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.

Dieser Verheißung dürfen wir vertrauen. Im Advent von Tag zu Tag mehr. In der Begegnung mit anderen Menschen dürfen wir uns das bewusst machen und die Freude darüber teilen. Und in diesen Begegnungen ist auch Raum für Ängste und Nöte.
Macht euch auf den Weg, sucht einander auf. Hoffnungsschwanger vertraut einander an, dass Gott auch zu euch kommt, in eure kleine Welt. Christus will in jedem und jeder von uns geboren werden, damit wir in seinem Namen seinen Auftrag erfüllen.

Ich wünsche Ihnen segensreiche Begegnungen im Advent, hoffnungsfrohe Momente und dass Sie hier und da etwas spüren vom göttlichen Geheimnis der Menschwerdung in Jesus.

Hella Mahler, Hannover
stellvertr. Vorsitzende

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