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Spruch des Monats Juli

|   Besinnung

Zitaten-Collage zur Bedeutung des christlichen KREUZES

Nun- im Jahreshöhepunkt- zur Beflügelung unserer eigenen Meinung und Gedanken zur aktuellen KREUZES-Problematik stelle ich einfach zwei literarische Textstellen und zwei Zitate aus Tageszeitungen in den Raum.

Darin trifft dichterische Annährung an die tiefe überzeitliche Bedeutung des KREUZES als Symbol für das Christentum auf aktuelle Auseinandersetzung mit dem Pro und Contra einer öffentlichen Hängung in Dienstgebäuden.

„An der Stelle, wo die Männer den Pfosten in die Erde einrammen wollten, stand ein HOLZKREUZ, über dem Kopf Christus war auch ein Schild angebracht. Seine Inschrift war bis heute die gleiche, wie sie Pilatus entworfen hatte: INRI – die Enttäuschung darüber, dass es im Grunde hätte heißen sollen: er behauptet nur, dieser König zu sein, hatte im Laufe der Jahrhunderte an Heftigkeit eingebüßt.“ (Elisabeth Langgässer „Saisonbeginn“)

„… über der Tür hatte einmal ein Kreuz gehangen, als die Schule noch Thomas-Schule hieß, und damals hatten sie das KREUZ weggemacht, aber da blieb ein frischer dunkelgelber Flecken an der Wand, kreuzförmig, hart und klar, der fast noch deutlicher zu sehen war als das alte, schwache, kleine KREUZ selbst, das sie abgehangen hatten; sauber und schön blieb das Kreuzzeichen an der verschossenen Tünche der Wand. Damals hatten Sie aus Wut die ganze Wand neu gepinselt; aber es hatte nichts genützt: der Anstreicher hatte den Ton nicht richtig getroffen – das KREUZ blieb da, braun und deutlich auf dem Rosa der Wand, und ich glaube, ihr Etat für die Farbe war erschöpft, und sie konnten nichts machen. Das KREUZ war da…“ (Heinrich Böll „Wanderer, kommst du nach Spa…“)

„Die Privilegierung bestimmter Bekenntnisse sei dem Staat untersagt. (Aktenzeichen 1 BvR1087/91- Beschluss vom 16. Mai 1995)“ Paraphrasierung des entsprechenden Grundsatzurteils in der „Nordsee-Zeitung“/1995

„Wer das Christentum vereinnahmt, um nur die eigenen Ziele zu legitimieren, der Hat das KREUZ nicht verstanden“. (Interview mit Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der EKD, in „Kreiszeitung Wesermarsch“ April 2018)

Die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg und eine Situation vor Kriegsende geben den Rahmen der zwei Zitate ab. Denn der erwähnte „Pfosten“ im Umkreis des Marterls trägt die Inschrift „In diesem Kurort sind Juden unerwünscht.“

Das gleiche Regime sorgte ja auch für den nicht zu tilgenden KREUZES-Schatten.

Heute weht gerade in der Phase unserer leidvollen Erfahrung mit jener Zeit – wie man die anderen Zitate wohl deuten muss – jedem Verursacher einer staatlichen orientierten Hängung des KREUZES der Wind entgegen.

Hoffentlich verflüchtigt sich die ganze Affäre bald im Sommerwind…..

Dietlinde Peter
(LV Niedersachsen)

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