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SPRUCH des Monats Juli 2026

AMOS 5,24: Recht und Gerechtigkeit sollen das Land erfüllen wir ein Strom, wie ein nie versiegender Bach.

Als dieser Appell des Amos ertönt, sind die Tage von Davids und Salomos Herrschaft bereits Vergangenheit. Ihr Großreich hat die Teilung in Israel (Norden) und Juda (Süden) hinter sich, weil die Nachfolger sich feindlich gegenüberstehen, anstatt das mühsam errungene einmalige Gottesverhältnis ihres Volkes sowie ein gewisses Maß an Wohlstand und Sicherheit gegenüber den Nachbarvölkern gemeinsam zu verwalten. Besonders im Nordreich Israel hatte sich ein großes Maß an Selbstsicherheit und Überheblichkeit gegenüber diesen Anderen gebildet.

Das prangert der von Gott inspirierte Amos, der eigentlich begüterter Viehzüchter ist, in seiner gesamten Botschaft vehement an. Mit immer neuen Schreckensbildern eines grausamen, dies alles vernichtenden Endgerichts Gottes einschließlich der Vorhersage eines dann später eingetretenen Exilzustands mahnt er eigentlich nur zum Innehalten, zur Umkehr.

Der aktuelle Zustand besteht in den Augen Amos in Unterdrückung und Ausbeutung (6,3), in den zur Routine erstarrten Gottesdiensten (6,5) und der Verschwendung der im Überfluss vorhandenen Lebensmittel (6,4 und 6).

In so einem Leben hat man sich trotz der Teilung des Landes schon seit über hundert Jahren eingerichtet. Der unbequem gewordene Mahner und Warner wird denn auch folgerichtig in den südlichen Lebensteil ausgewiesen (7,10). (Fast dreitausend Jahre später nennt sich so etwas Ausbürgerung oder immer noch Exil).

Das Allheilmittel zur Wiederherstellung eines guten und recht geführten Staatswesens sieht Amos in Gottes Gebot, Recht und Gerechtigkeit walten zu lassen. Und zwar durchgängig, eben wie ein Strom oder rauschender Bach so dahinfließen. Damit macht er ein „großes Fass“ auf. Diese Forderung steht denn auch wie ein Solitär als einsamer Satz inmitten der sonst negativen Vorhersagen.

Nur am Einzelbeispiel praktizierten Alltagslebens könnte man erklären, was Recht und Gerechtigkeit überhaupt sind. Und so beschränke ich mich auf die Sinngebung, wie sie im Alten und Neuen Testament aus den Verweisstellen zu beiden Begriffen hervorscheint.

Recht und Gerechtigkeit sind nicht weiter hinterfragbar und strömen gleichsam aus ihrer tiefsten Quelle. – Gott selbst – auf uns hernieder. Der Mensch von sich aus aber fällt durch Unrecht-Tun immer wieder aus diesem Idealzustand eines „rechten“, „richtigen“, daher auch „guten“ Lebens heraus.

Wenn also das bei Gott beheimatete RECHT und GERECHTIGKEIT gegen jedermann kein Vertrauen und keine Glaubwürdigkeit mehr genießen, drohen Niedergang und gar Ende des Landes. Denn „Gerechtigkeit macht ein Volk groß“ (Sprüche 14,34).

Der in unsere Welt gesandte Sohn Gottes weiß sehr wohl um den fragilen Zustand von Recht und Gerechtigkeit in dieser Welt, wenn er in der Bergpredigt denen, die als Mahner und Kämpfer dafür leiden und verfolgt werden, göttlichen Trost zusagt (Matth.5). Und aus dem Szenario des Jüngsten Gerichtes hebt sich eines hervor: „Er wird den Erdkreis richten mit GERECHTIGKEIT (Apostengesch. 17,31).

Da scheint er auf, der Inhalt der schon für Amos die Grundlage für ein gutes Zusammenleben war.

Nachwort: Nach dem hier naheliegenden Motto „Ein Schelm, der böses dabei denkt“ habe ich mir eine aktualisierende Auslegung der Bedeutung erspart. Ich bin sicher, dass durch die Art, wie diese Besinnung geschrieben ist, diese im Leser/in selbst entsteht, der heutigen Weltlage entsprechend.

Dietlinde Peter, OV Hannover

Wasserlauf über Felsen
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