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Orange Day am 25. November 2026: Für ein Leben in Würde und ohne Gewalt

Gewalt gegen Frauen und Mädchen verletzt ihre Würde, ihre Freiheit und ihre Selbstbestimmung. Der Deutsche Evangelische Frauenbund e. V. (DEF) stellt sich dieser Gewalt entschieden entgegen.

Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, setzen Menschen weltweit ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Als Orange Day ist der Aktionstag inzwischen vielen bekannt. Die Farbe Orange steht für Hoffnung auf eine Zukunft, in der Frauen und Mädchen frei von Gewalt leben können.

Der Ursprung des Gedenktages liegt in Lateinamerika. 1981 erinnerten Frauenrechtlerinnen an die Schwestern Patria, Minerva und María Teresa Mirabal, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik wegen ihres Widerstands gegen die damalige Diktatur ermordet worden waren. 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November offiziell zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Seit 1991 macht die Kampagne „Orange the World“ auf die weltweite Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Die Aktionstage dauern bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte.

Gewalt ist keine Privatsache

Auch in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen erschreckende Realität. Das Bundeskriminalamt registrierte für das Jahr 2024 insgesamt 135.713 weibliche Betroffene von Partnerschaftsgewalt. 132 Frauen wurden durch ihren aktuellen oder früheren Partner getötet. Die Dunkelfeldstudie LeSuBiA aus dem Jahr 2026 zeigt zudem, dass bei den meisten Gewaltformen weniger als zehn Prozent der Taten angezeigt werden. Die tatsächliche Zahl der Betroffenen liegt daher deutlich höher als die polizeilich erfassten Zahlen.

Gewalt beginnt nicht erst mit körperlichen Übergriffen. Sie zeigt sich auch in Bedrohungen, Erniedrigungen, sexueller Belästigung, Stalking, Kontrolle und digitaler Gewalt. Sie schränkt die Möglichkeiten von Frauen ein, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten, und verhindert gleichberechtigte Teilhabe an Gesellschaft, Beruf und öffentlichem Leben.

2026: Männer und Jungen in der Verantwortung

UN Women Deutschland stellt bei der diesjährigen Kampagne die Verantwortung von Männern und Jungen für die Beendigung geschlechtsspezifischer Gewalt in den Mittelpunkt. Denn Gewalt zu verhindern, ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Dazu gehört, sexistische Äußerungen und frauenfeindliche Verhaltensweisen nicht zu verharmlosen, Grenzen zu respektieren, Betroffene zu unterstützen und bei Übergriffen nicht wegzusehen. Eine Kultur der Gleichberechtigung entsteht dort, wo Respekt selbstverständlich ist und Verantwortung übernommen wird.

Der DEF: Menschenwürde achten, Frauen stärken, Gewalt verhindern

Aus unserem christlichen Selbstverständnis heraus ist jeder Mensch in seiner Würde zu achten. Daraus erwächst für uns die Verpflichtung, uns für die Rechte von Frauen und Mädchen einzusetzen und jeder Form von Gewalt, Abwertung und Diskriminierung entgegenzutreten. Frauen müssen frei von Angst leben, ihre Fähigkeiten entfalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Der Deutsche Evangelische Frauenbund setzt sich deshalb für Gleichberechtigung, Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und die Stärkung von Frauen ein. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Gewalt sichtbar zu machen, für ihre Ursachen zu sensibilisieren und eine Kultur des Hinsehens und Handelns zu fördern. Dazu gehören eine konsequente Prävention, verlässliche Schutzräume und Beratungsangebote sowie die gesellschaftliche und politische Verantwortung, Betroffene wirksam zu schützen. Frauen, die Gewalt erfahren, brauchen Unterstützung und Solidarität – keine Schuldzuweisungen.

Der Orange Day ist für uns mehr als ein symbolischer Aktionstag. Er erinnert daran, dass Menschenwürde und Nächstenliebe sich auch darin bewähren, wie wir mit Menschen umgehen, die Gewalt und Unrecht erfahren. Ein sichtbares Zeichen in Orange ist wichtig. Noch wichtiger ist es, im Alltag Haltung zu zeigen, zuzuhören, Hilfe zu ermöglichen und Gewalt nicht hinzunehmen.

Der DEF-Bundesverband steht an der Seite von Frauen und Mädchen. Wir sagen Nein zu Gewalt – und Ja zu einer Gesellschaft, in der Würde, Respekt und Selbstbestimmung für alle gelten. Am 25. November und an jedem Tag des Jahres.

Anna Kaib, Bundesvorsitzende

Quelle: AdobeStock
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