SPRUCH des Monats Januar 2026
- Spruch
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21,5
Es kostete allerhand Überredungskunst seitens meiner Mutter und Großmutter, bis ihre lieben Männer von der Notwendigkeit überzeugt waren, etwa eine neue Hose oder Jacke kaufen zu müssen. “Was willst du denn, die alte geht ja noch!” war in der Regel die stereotype Antwort. Sie wirkte auf mich schon als Kind eigensinnig und irgendwie beharrend.
Ja - noch unsere Elterngeneration hatte ihre Bekleidung, ihren Hausrat, ihrer Möbel mehr oder weniger lebenslang, weil deren Materialien auch lebenslang hielten. Laut einem damals gängigen Wort war man gleichsam “von der Wiege bis zur Bahre” das immer Gleiche, also Alte gewöhnt.
Noch keine Wegwerfmentalität schürte den Wunsch, das Neueste auf dem Markt selbst zu besitzen. Wobei wir heute mit der Erfahrung zurechtkommen müssen, dass manches Neue nicht besser als das bisher Gehabte ist (die berüchtigte “Sollbruchstelle” ist bereits eingearbeitet…).
Warum gerade dieser “Einstieg” in die Gedankenwelt des Johanneswortes?
Auch ich bin inzwischen eher beharrend eingestellt. Ich liebe unser Leben im Vollbesitz alles dessen, was uns Kultur und Technik geschenkt haben und immer noch ermöglichen.
Und vor allem: Ich würde keine “neue” Erde wollen!
Die alte, jetzige ist doch immer noch schön und lebenswert! Die geht ja noch!! Wenn allerdings die Technikmilliardär-Riege mit Elon Musk an der Spitze die Menschheit und damit die Bewahrung der Schöpfung schon aufgegeben hat und deshalb der Illusion einer “Neuen Welt” auf dem Mars anhängt, ist das nicht “mein Bier”…
Die Aussicht auf einen künftigen Zustand ohne Schmerz, Leid und Tränen und sogar ohne Tod (21,4 und 5) ist daran geknüpft, dass Gott um eines solchen Zustands willen ALLES Neu machen würde und auch müsste. Die vertraute Welt würde zunichte gemacht. Die “Neue” kommt dann aus Gottes Schöpferhand erneut. Das “Neue Jerusalem” wird zum Zeichen hierfür (21,2).
Wenn ich in Gesprächen die Ebene der dahinplätschernden Unverbindlichkeiten verlasse, spüre ich das wachsende Unbehagen an der heutigen Weltlage und an den sich wandelnden Existenzbedingungen in unserem Land. Erwartung einer ENDZEIT also auch heute wieder!?
Wie schon vor 2000 Jahren einmal von Johannes visionär verkündet.
Doch halt!
Dieses Wort Gottes enthält nicht nur eine mögliche Vernichtung von uns Menschen (in meinen Augen als leider fehlgeschlagenes Schöpfungsexperiment).
Sondern eine wunderbare Hoffnung und Zuversicht: durch diese göttliche RUNDERNEUERUNG wird er endlich sein MIT-UNS-SEIN in einer besseren, gerechteren und - daraus resultierend - friedlicheren Welt wahr machen (21,3 und 4).
Und umgekehrt: Es müsste Ernst gemacht werden damit, dass Gott endlich genau durch uns und in uns heimisch gemacht wird. Wir müssten fähig dazu werden, ein friedliches Zusammenleben in Achtung und Würde jedes Einzelnen und in gerechter und schonender Nutzung der irdischen Ressourcen zu schaffen.
Dies ist die Quintessenz, die uns Johannes für das Neue Jahr 2026 mit auf dem Weg gibt.
Dieses Losungswort ist so immens in seinem Bedeutungshorizont, dass jeder und jede selbständig noch weiter über das Kapitel 21 der Offenbarung nachdenken kann und möge. Dass dabei auch manches vom Denken ins Handeln gewandelt werden sollte,
wünscht sich für uns ALLE
Dietlinde Peter (OV Hannover).