SPRUCH des Monats Juni 2026
- Spruch
Hab Mut, Steh auf!
Markus 10,49
So lautete das Motto des diesjährigen Katholikentages in Würzburg. Für mich leitet dieses Wort aus dem Markus Evangelium auch zum Pfingstfest weiter.
Hab Mut, steh auf, sprechen die Umstehenden dem blinden Bartimäus zu, als Jesus vorbeikommt. Bartimäus lebte von den Almosen, die ihm die Leute gaben. Wegen seiner Blindheit konnte er kaum selbst Initiativen ergreifen. Er hatte sicher von Jesus gehört und dass dieser Menschen heilen konnte. So richtig daran glauben, dass dies auch mit ihm geschehen könnte, war außerhalb seines Vorstellungsvermögens. Darum brauchte er Zuspruch, um den notwendigen Mut zu fassen und auf Jesus zuzugehen.
Dieses Aufstehen hat sein ganzes Leben verändert. Aus den hilflosen Blinden wurde ein Mensch, der in die Gesellschaft aufgenommen wurde. Dadurch, dass er geheilt wurde, war in seinen Augen seine Würde wieder hergestellt. Er konnte selbst Verantwortung für sein Leben übernehmen und dadurch, dass er seine Heilung dankbar von Gott entgegennahm, auch andere zum Glauben Mut machen.
Und das führt uns zu Pfingsten.
Auch hier haben die Jünger Mut gefasst und sind in die Öffentlichkeit gegangen, nachdem sie sich zunächst in Galiläa nach Himmelfahrt zurückgezogen hatten.
Aber jetzt waren sie in Jerusalem und spürten ihre Verantwortung gegenüber den Menschen, die in der Stadt zusammengekommen waren. Sie konnten so reden, dass alle sie verstehen konnten. Nach der babylonischen Sprachverwirrung kam jetzt das Verständnis füreinander. Sie stellen sich den Vorwürfen, am frühen Morgen schon betrunken zu sein, sondern erklären ihren Auftrag, der von Gott kommt. Sie sollen und werden Zeugnis ablegen, über den Menschen, der ihnen in den letzten Jahren so wichtig geworden ist. Dieser Jesus, der unschuldig am Kreuz gestorben ist, weil er unbequeme Wahrheiten ausgesprochen hat. Von ihm haben sie den Auftrag, das Evangelium in alle Welt zu tragen. Daher müssen sie in allen Sprachen verstanden werden.
Jetzt zu Pfingsten haben sie gespürt, dass sie den Geist, den Tröster, von Gott gesandt bekommen haben. Daher konnten sie hinaus gehen und das Evangelium von Jesus verkünden. Dieser Geist Gottes ist auch noch heute zu erfahren. Auch hier fassen Menschen Mut, sich eine bessere Welt vorzustellen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Die Menschenwürde aller Menschen einzufordern und aktiv die Gesellschaft mitzugestalten. Da denken ich an die jungen Ärztinnen und Medizinstudierende, die beim Ärztekongress aufgestanden sind und die sexistischen und beleidigenden Äußerungen der gestandenen Ärzte und Professoren gemeinsam angeprangert haben. Gerade Frauen sind weltweit, aber auch hier in Deutschland starker Frauenfeindlichkeit ausgesetzt, sowohl verbal und in den sozialen Medien, aber auch handgreiflicher Gewalt. Dies klar zu benennen ist eine Sache. Aber wichtig ist auch, dieser Gewalt Einhalt zu gebieten. Da müssen wir als Frauen mehr Solidarität zeigen und Frauen, die unter Gewalt leiden unterstützen, damit sie Mut fassen können und aufstehen können.
Unser Motto als DEF lautet: Verantwortung übernehmen für sich und andere. Dies wollen wir auch heute und in Zukunft tun.
Dazu brauchen wir Gottes Geist und seinen Segen.
Inge Gehlert