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SPRUCH des Monats November 2026

Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. 

Jes. 2,4 

November. Der Nebelmonat mit seinen Gedenktagen, die sich aufs Gemüt legen. Winterblues der Seele! 

Erinnerung an den 9. November 1938, an dem in Deutschland die Synagogen brannten, jüdische Geschäfte verwüstet wurden und ein aufgeheizter Mob unbescholtene jüdische Menschen aus ihren Wohnungen zerrten und durch die Straßen trieben. Ein Brandmal, das wir Deutsche nicht mehr loswerden.

Dann der Volkstrauertag, der vorletzte Sonntag im Kirchenjahr. Da stehen wir nach dem Gottesdienst mit Pfarrer, Bürgermeister, dem Männerchor oder einem Trompetenspieler an den Gedenkstätten für die deutschen Gefallenen der beiden Weltkriege. So viele Menschenleben haben die Kriege des vergangenen Jahrhunderts gekostet, Soldaten und Zivilisten. Da hat der Tod keinen Unterschied gemacht zwischen Freund und Feind und Kind bis Greis. Sie starben im Trommelfeuer oder im Bombenhagel, an den Fronten, auf der Flucht oder in ihren Häuseren. Und heute ist es leider nicht anders. „Schwerter zu Pflugscharen“, das war einmal eine mutige Friedensvision, geboren vor mehr als 2000 Jahren von Propheten des Volkes Israel und neu gedacht von mutigen Christenmenschen in der damaligen DDR in den 80er Jahren als Symbol des Widerstands gegen die Militarisierung der Zivilbevölkerung, vor allem gegen den Wehrkundeunterricht in den Schulen. Waren all die Toten der Kriege nicht genug, um daraus klug zu werden? Offenbar nicht, denn die Welt hat nichts gelernt aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts! Überall auf der Welt fachen der Hass und die Gier nach Macht das Feuer des Krieges immer wieder an, auch hier in Europa. Und die Waffen werden immer perfider. Auch wir Deutsche sollen wieder „kriegstüchtig“ werden und brauchen erneut eine allgemeine Wehrpflicht. Also die Pflugscharen wieder umschmieden zu Schwertern? Statt Autos Rüstungsgüter produzieren, damit die Wirtschaft aus der Krise kommt?

„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden“ (Ps. 90,12)! Totensonntag. Es ist ja nicht so, als könnten wir dem Tod aus dem Weg gehen, als ließe er sich verbannen aus unserer Mitte. Wir alle müssen sterben, haben nur eine begrenzte Zeit zu leben. Darum ist uns das Leben so kostbar, darum hängen wir am Leben, und wir trauern um jeden lieben Menschen, der uns durch den Tod genommen wird. So gehen wir zu den Gräbern unserer Lieben, schmücken sie mit Blumen und Lichtern am Totensonntag. Ihr seid nicht vergessen! Ihr gehört noch dazu, bleibt Teil unseres Lebens. Ja, der Tod schneidet uns ins eigene Fleisch, und manche Wunde heilt nie. 

Totensonntag, das ist auch der Ewigkeitssonntag. Da heben wir unsere Augen auf von den Gräbern und schauen über uns hinaus. Das Rad der Zeit halten wir nicht auf, wir können ihm nicht einmal in die Speichen greifen. Es rollt unaufhaltsam weiter.  Aber da ist einer, der über den Zeiten steht, und dessen gedenken wir. „Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten, bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten“ (EG 64,6). 

Sollten wir das glauben dürfen, dass es in dieser Welt eine Macht gibt, die uns nicht abgeschrieben und als unverbesserlich aufgegeben hat wegen all diesem Morden und Vernichten, sondern uns die Hand reicht, damit wir aus diesem Schlamassel herauskommen?!

Am Ende des Monats blitzt da ein kleines Licht auf. Der Anfang für ein neues Jahr göttlicher Zeit. Annus Domini 2027. Ein kleines Hoffnungslicht wird am Ende des Nebel- und Totenmonats angezündet, das uns auf den Weg zum Stall nach Bethlehem führen will.

Mein Gott,
willst du die Welt vor uns Menschen so bewahren?!
Durch die Geburt eines hilflosen Kindes bei ärmlichen
Leuten in einer Notunterkunft bei Ochs und Esel? 
Und du gibst ihm nichts mehr mit als die Macht der Liebe,
um uns Menschen für deinen Frieden zu gewinnen?!
Mein Gott, du traust dich was!!

Ulrike Börsch

 

 

 

 

 

 

Quelle: www.friedensdekade.de
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