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SPRUCH des Monats April 2026

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.

Matthäus 5,44

Feindesliebe bleibt für uns Menschen schwer zu begreifen. Vielleicht verstehen wir sie erst, wenn wir sie von Jesus her denken - und von Gott, unserem Schöpfer. Ich habe versucht, sie aus dieser göttlichen Perspektive zu betrachten.

Die Feindesliebe Jesu ist kein moralischer Zusatz für besonders Fromme. Sie ist der radikale Kern des Evangeliums. Sie entspringt nicht menschlicher Großherzigkeit, sondern der Logik Gottes selbst. Jesus spricht diesen Satz nicht als Idealist, sondern als einer, der die Feindschaft der Welt am eigenen Leib trägt und sie am Kreuz durchträgt. Darum ist dieser Vers weniger eine ethische Forderung als eine Offenbarung.

Die Bibel nimmt Feindschaft ernst. Sie ist nicht nur ein psychologisches Phänomen, sondern Ausdruck der zerbrochenen Beziehung zwischen Gott und Mensch. Paulus beschreibt die Menschheit als „Gottes Feinde“ - und gerade ihnen gilt Gottes Versöhnung. Feindschaft ist also nicht nur etwas, das wir erleben, sondern etwas, das Gott erlebt. Und genau dort setzt das Evangelium an: Gott begegnet seinen Feinden nicht mit Vernichtung, sondern mit Hingabe. Das bleibt für uns schwer zu fassen.

So wird deutlich: Feindesliebe ist kein Gefühl, sondern Teilhabe an der Gesinnung Jesu. Sie ist ein Mitgehen in seiner Bewegung der Versöhnung. Wer Feinde liebt, handelt nicht aus eigener Kraft, sondern aus der Kraft des Geistes, der uns in das Herz Gottes hineinzieht. 

Feindesliebe ist ein Nein zur Spirale der Vergeltung und ein Ja zur Möglichkeit der Gnade.  Sie ist ein Einüben in die Perspektive Gottes, der den anderen nicht zuerst als Gegner sieht, sondern als sein Geschöpf – als sein Kind.

Vielleicht beginnt Feindesliebe tatsächlich ganz klein –mit Gottes Werk an uns selbst: 
mit einem Gebet, das man noch nicht fühlt, aber wagt zu sprechen: „Gott, segne ihn. Und verändere auch mich.“

Denn am Ende ist Feindesliebe nicht unsere Leistung , sondern ein Vorgeschmack auf das Reich Gottes, in dem Feindschaft endgültig überwunden ist

Karin Klein
Mitglied im Bundesverband

Bibel aufgeschlagen, darauf liegt ein Herz aus Schmeichelstein
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